PARTNERSCHAFTSVEREIN 
DIEDORF - BERNARTICE e.V.
      
gegründet am 16. Januar 2004

Anschrift: Heinz Göbel, 1. Vorsitzender, Brunnenstr. 5,  86420 Diedorf/ Schwaben
Tel.: 08238-2566; Fax: 08238-902283

Ziel des Vereins
Entstehung der Partnerschaft Der Ort
Bernartice
Begegnungen seit der Partnerschaft zurück zur Startseite Aktuelles

             Kurze Zusammenfassung über die Besiedlung Böhmens und Mährens durch Deutsche:

Im  13. und 14. Jahrhundert  wurden  deutsche Siedler von  den Herrschern  der einheimischen slawischen Dynastie der  Přemysliden eingeladen, die kaum bewohnten Randgebiete des böhmischen und mährischen Raumes zu besiedeln. Die Landesherren verfolgten damit vor allem ein Ziel: Sie waren daran interessiert, die Entwicklung des Landes durch zusätzliches Wissen und die Erfahrungen der Einwanderer zu beschleunigen. So brachten die "Neuen" z. B. den modernen Pflug und die Egge, das Hufeisen und das Kummet (Pferdegeschirr), die Dreifelderwirtschaft, aber auch zusätzliches Wissen im Bergbau und in der Textilindustrie mit. Viele Städte wurden neu gegründet, heute noch erkennbar am Stadtgrundriss mit einem zentralen Marktplatz und rechtwinklig verlaufenden Straßen (Budweis, Pilsen, Klattau..)
Jahrhunderte lebten Menschen tschechischer oder deutscher Sprache meist friedlich nebeneinander. Das Aufkommen eines immer stärker werdenden Nationalismus auf beiden Seiten im 19.Jahrhundert, der seinen Höhepunkt während des Nationalsozialismus  (Münchner Abkommen 1938) erreichte, führte schließlich nach dem für die Deutschen verlorenen Krieg durch die Vertreibung der meisten Deutschen zu einem Ende des Jahrhunderte langen Zusammenlebens beider Völker.

 
links:dunkle Flächen = größtenteils oder ausschließlich deutschsprachige
Gebiete bis 1946
 

Geschichte der Ortes Bernartice (Barzdorf):

1284 erstmals urkundlich erwähnt, ursprünglicher Name: Bertoldi villa -Bertoldisdorf. Daraus wurde im Laufe der Zeit Barzdorf. Nach der Gründung der Tschechoslowakei 1918 bekam der Ort den tschechischen Namen Bernartice. Bis 1918 war er rein deutsch, ab 1918 zum größten Teil (höchstens 3% Tschechen). 
                Einige Jahreszahlen:

1419-36: Verarmung durch die Hussitenkriege
1585  wütet die Pest
1603  wird erstmals eine Schule erwähnt
1630-35 (Dreißigjähriger Krieg): Die Hälfte der Bevölkerung stirbt.
1713: Die Pest wütet wieder im Dorf
1740-42: Erster Schlesischer Krieg: Der neue Grenzverlauf führt nun direkt an Barzdorf  vorbei, weil Österreich einen großen Teil Schlesiens an Preußen abgeben muss. 
1840: Errichtung einer Schnapsbrennerei 
1849  bricht die Cholera aus. 
1850: Gründung einer Zuckerfabrik zur Verarbeitung der Rüben (bis 1903) 
1863: Im Ortsteil Buchsdorf entsteht eine Likörfabrik (Buchsdorfer Bitter)
1864: Einrichtung eines Post- und Telegrafenamtes
1870: Fertigstellung des heute noch vorhandenen Schulgebäudes

 


1881  erhält der Ortsteil Buchsdorf (Buková) ein eigenes Schulgebäude.
1892: Errichtung einer Zündholzfabrik, später werden hier auch Putz- und Waschmittel hergestellt.
1896  fährt der erste Zug nach Barzdorf.
1918: Nach der Gründung der Tschechoslowakei werden die staatlichen Ämter von Tschechen übernommen.
1929: Die tschechische Minderheit erhält eine eigene Schule.
1931  erfolgte die Elektrifizierung.
1938: Anschluss des Gebietes an das Deutsche Reich (Münchner Abkommen)
1946: Fast alle Deutschen müssen den Ort verlassen. - Heute hat der Ort Bernartice weniger als 1000 Einwohner.

 

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Vertreibung der deutschen Bevölkerung übernahm die neu angesiedelte Bevölkerung die landwirtschaftlichen Betriebe, bis sie ihnen durch die kommunistische Regierung wieder weggenommen wurden. Da durch die Einrichtung einer landwirtschaftlichen Genossenschaft die großen Bauernhöfe größtenteils nicht mehr benötigt und daher die Gebäude nicht mehr bewohnt wurden, verfielen sie im Laufe der Jahrzehnte mehr und mehr. Heute stehen deshalb häufig nur noch die Ruinen dieser Gehöfte.

Blick in Richtung Bahnhof (Unterdorf)

Kirche und Pfarrhof


Einweihung des Kriegerdenkmals nach dem 1. Weltkrieg

oberes Gasthaus Barzdorfs (früher mit Kino, heute mit  Hotelzimmern)

  Blick vom Kirchturmfenster in Richtung Buchsdorf

Landwirtschaftsschule Oberhermsdorf

  von einer Anhöhe in Buchsdorf in Richtung Barzdorf